Roost History - Die Geschichte der Roost-Amps

by Terry Bateman (ehemaliger Roost-Mitarbeiter)
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Terry Bateman (ca 1978) live mit der Brad "Brother of Robin" Trower Band
Beachtet das Roost ST22 Bass Stack im Hintergrund!


Die Roost Sound Equipment Company wurde 1972 von Brian Roost, der zugleich Namensgeber ist, und Ron Bailey in Southend-on-Sea, Essex/UK gegründet. Zu diesem Zeitpunkt reparierten sie noch Amps für die lokalen Musikläden und Bands. Zur damaligen Zeit gab es bei Roost nur 5 Mitarbeiter. Im Grunde eine kleine aber exklusive Custom Schmiede, die Amps für die Ewigkeit baute.

Brian Roost verkaufte die Company 1973 an seinen Mitarbeiter Ron Baily, der mit nur einem weiteren Mitarbeiter und einem Verkäufer die weitere Arbeit übernahm.

Die Roost-Company wurde schließlich im Jahr 1980 an FAL verkauft, die ihren Sitz in Leeds hatten. Alle Mitarbeiter wurden damals entlassen und die Produktion eingestellt.

Produktionsdetails der Roost Amps
Nach Terry Bateman zu urteilen, war die Zahl der produzierten Roost Amps relativ gering: "Ich hatte keine Produktionsdetails bis ich Mitte 1975 das erste Mal damit in Berührung kam." Seiner Erinnerung nach war Ron Baily mit nur einem weiteren Mitarbeiter namens Ray tätig, als er die Firma von Brian Roost übernahm. Ray baute die Boxen, während Ron die Amps zusammenbaute. Phil Jackson, ein Bekannter Rons, half damals bei allen Verkaufstätigkeiten. Die Platinen wurden von Brian Roost designed, aber außerhalb produziert. Die Produktion lief bis 1979 in Southend on Sea. Während den Jahren 1977-1978 war Andy Duke für die Tests und Entwicklung zuständig. Dieser Andy Duke betreibt heute übrigens die englische Roost-Tribute Website roostamps.com. Er spielt unter anderem in der Band "The Duke Brothers". Mit ihm löteten damals drei weitere Jungs die Platinen, während ein weiterer Mitarbeiter die Chassis bestückte und sie in die Gehäuse verbaute. Zwei weitere Mitarbeiter fertigten die Boxen und eine Kollegin bezog die Boxen mit Vinyl.

Was die produzierten Einheiten betrifft, erreichte Roost von 1977 bis Mitte 1978 den absoluten Gipfel. Die Amps wurden mittlerweile ein- bis zwei Mal im Monat in Batches mit je 10 Einheiten gefertigt. Sogar einen Lagerbestand hatte man sich aufgebaut, um die steigende Nachfrage decken zu können. Andy Duke berichtet, dass 8 von 10 Amps grandios klangen, jedoch immer ein Amp nicht 100%ig die Anforderungen erfüllen konnte und ein Amp sogar so schlecht war, dass er nicht verkauft wurde.


Die Verbindung zu FAL...
Es ist ein Gerücht, dass die FAL, die Roost 1979 übernahm, etwas mit dem Lautsprecherhersteller FANE zu tun hatte. Laut den Nachforschungen von Andrew Kemp (von dem auch regelmäßige Beiträge auf roostamps.com stammen) waren zwar beide Firmen in Yorkshire ansässig, hatten aber ansonsten nichts mit einander zu tun. Diese Missverständnis kam zustande, weil FAL häufig auch Fane Acoustic Ltd genannt wurden, in Wahrheit verbarg sich hinter dem Kürzel aber der Name „Futuristic Aids Ltd“, die in Henconner Lane, Leeds ansässig waren, während Fane in Bradford Road, Batley zu finden war.

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Eine FAL-Anzeige aus den späten 70ern


...und Funkshun

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Gegründet vom lokalen Musiker Doug Marriot in Northampton war die Firma schon rund 8 Jahren in einem kleinen Geschäft in 152 Quadratmetern in der Wellingborough Road aktiv, bevor sie in neuen Räumlichkeiten auf 158, 160, 162, 164 und im April 1977 dann schließlich auf 166 Quadratmeter expandierte. Ein Kaffee kostete dort derzeit 5 Pence, Beratung war kostenlos! Wände einzureisen, um größere Ladenflächen zu schaffen wurde zu einem beliebten Hobby des Roost-Inhabers. Die Flächen nebenan waren sowieso angemietet, aber irgendwann hatte er einfach die Nase voll davon, jedes mal erst auf die Straße zu müssen, um in die nebenan liegenden Räumlichkeiten zu gelangen. Also riss er die Wände einfach kurzerhand ein und holte sich anschließend die dafür notwendige Genehmigung.

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Der Funkshun Shop wurde von Gary Tyla gegründet. Im Januar 1978 sprachen Funkshun darüber, ihre bereits bestehende Palette von Lautsprechern bereits in naher Zukunft durch eine Reihe von Funkshun Amps zu erweitern, die den guten Ruf der Firma festigen sollte. Die Speakergehäuse wurden aus Schichtholz gefertigt, wobei die Kanten allesamt mit Winkeln vernietet wurden. Die Twin Horn Box war optisch kaum von dem weißen Funkshun Amp auf der Roost Website zu unterscheiden. Der Laden schloss in den frühen Neunziger Jahren.


Die Verbindung zu Honky Tonk Music

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Im Oktober 1978 behaupteten Hadleigh (Southend) Shop, das größte Musikgeschäft in Essex zu sein. Nur drei Jahre vorher von Ex-Profi Drummer Pete Brewer gegründet war dies nun auch ein Verleih-Shop, später kam sogar noch ein Tonstudio dazu. Bis heute sind Honky-Tonk ein großes  Musikgeschäft in der Southchurch Road in Southend. Bei genauem Hinsehen ist auf dem Foto von 1978 mindestens ein Roost Amp zu erkennen.

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Honky Tonk Preisliste von 1978

Die Preisliste von damals bestätigt, dass ein Roost 100 Watt Combo auf Lager war und für £ 198 käuflich erworben werden konnte. Damit war dieser Amp gerade einmal £ 12 billiger als ein Vox AC30.

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Inside Honky Tonk

Die Biographien der Roost Mitarbeiter

Bob Mundy
Robert John Mundy, 1950 in London geboren.

Nach seiner Karriere als professioneller Musiker Mitte der Sechziger bis Mitte der Siebziger Jahre - er war Lead-Sänger von "Granny", die mit dem Song ‚Lady’ einen Hit gelandet hatten - trat Bob Mundy Roost bei. Nur ein Jahr später leitete er die Produktion der Roost Amps und Boxen, ein weiteres Jahr später kümmerte er sich auch um den Verkauf.

Anfang 1980 wechselte er als Lager-Controller und Einkäufer zu Adam Hall Limited. Die Firma ist Europas größter Hersteller und Vertreiber von Flight Case Hardware und professionellen Audio Produkten. 1984 wurde er Teilhaber und Direktor des Unternehmens. Das Jahr 1985 verbrachte er damit, in Taiwan die Adam Hall Qualitätskontrolle zu errichten. Dieser Ableger sicherte nicht nur den Erfolg von Adam Hall sondern wuchs auch selbst zu beachtlicher Größe heran und beliefert sowohl in Asien als auch in den USA etliche der größten professionellen Audio Firmen. Im Frühjahr 1994 wurde Bob Mundy zum Geschäftsführer von Adam Hall Limited ernannt. Seitdem hat er sich weiterhin am Wachstum und der Verbesserung der Unternehmens-Produktlinien und des Verkaufsteams beteiligt und damit die Marktanteile der Firma entscheidend vergrößert. 1996 kaufte die Adam Hall Group den Lautsprecherhersteller Fane Acoustics.


Brian Roost
(Update folgt)


Ron Bailey
(Update folgt)


Terry Bateman
(Update folgt)


Phil Croxford
(Update folgt)